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STORIES

Was sind die Geschichten hinter den Menschen, die wir betreuen…
Denn tatsächlich gibt es viel Positives zu berichten: Klienten die in Ausbildung gehen und dies erfolgreich durchziehen; Bewohner, die sich selbstständig z.B. in der VHS weiterbilden; Männer, die sich in ihrer Freizeit um alte Menschen kümmern; Sport, der hilft, das Ruder in der Hand zu behalten… und vieles mehr.
Diese "Erfolgsgeschichten wollen wir Ihnen nicht vorenthalten…

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IMPRESSUM & DATENSCHUTZ  |
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JIMMY

Im September 2016 kam ich direkt aus der Entgiftung in Gelsenkirchen ins Haus Bruderhilfe.
Die absolut richtige Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte

Mein Antrieb war, dass ich auf dem Stand der vorangegangenen Therapie bleiben wollte, nämlich konsumfrei weiter zu leben und an meine alte Ausbildung im Galabau wieder anknüpfen wollte.

Anfangs fühlte ich mich durch die vielen Menschen im Haus aufgerieben und hatte den starken Impuls, wieder auszuziehen. Durch viele Gespräche aber in meine Umfeld fand ich zunehmend Ruhe und es begann die Arbeit an mir selbst.

Ich erkannte, dass vieles an mir selbst liegt… Und dass nur ich das ändern kann…Der Weg hierbei war für mich das gesunde Mittel zwischen Abgrenzung & Gemeinschaft.

Egal in welche Richtung ich ging, ich erhielt stets aus dem Mitarbeiterkreis Unterstützung.
Auch mit dem Risiko, einmal gegen die Wand zu fahren und daraus zu lernen.

BALD ENDLICH GARTEN-LANDSCHAFTSBAUER

12 Monate lebte ich im Haupthaus auf einer Wohngruppe. Dann ergab sich für mich die Gelegenheit, in das Dezentrale Wohnen im Zweithaus zu wechseln, um dort meine Erfahrungen zu machen.

Hier konnte ich dann nach 6 Monaten in einer 5er-WG in ein eigenes, kleines Appartement umziehen.
Nach einm Bewerbungstraining beim Jobcenter wusste ich, dass ich weiter vorankommen will und kümmerte mich, mit Unterstützung der Mitarbeiter, um eine Lehrstelle im Garten- & Landschaftsbau.

Seit Mitte März bin ich nun in Ausbildung im Galabau durch das BFZ, unterstützt vom Jobcenter Essen.
Weiterhin profitiere ich nach wie vor von der therapeutischen Unterstützung im Haus Bruderhilfe in Gesprächen, bei der Wohnungssuche etc.


Mein Fazit.
Ich habe gelernt, mich auf Dinge einzulassen und an mir zu arbeiten.
Dies ist auch ein großer Verdienst der Mitarbeiter des Haus Bruderhilfe.

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TIMUR

2016 kam ich aus Haft ins Haus Bruderhilfe. Bis dahin fehlte mir jegliche Zukunftsperspektive. Vieles was ich angepackt hatte, ging schief und zunehmend ergriff mich eine Angst vor der Realität.
Zuvor hatte ich fünf Therapien absolviert. Aber alle ohne die Entscheidung, dauerhaft auf Drogen zu verzichten.

In der Haft wurde ich substituiert, traf dort aber schon die Entscheidung, mich abdosieren zu lassen und „clean“ zu leben. Dennoch wurde ich nach Haftentlassung kurz rückfällig, da die Realität, die auf mich einprasselte, total überforderte.

Ich suchte Hilfe bei der Drogenberatung Schwelm und wurde von dort aus direkt ins Haus Bruderhilfe vermittelt.
Hier erkannte ich sehr schnell, dass es die richtige Einrichtung für mich sein könnte…Denn hier gilt das Prinzip: „Nicht Käseglocke, sondern Selbstverantwortung!“
Ich musste vieles neu lernen, musste an eigene Themen in Klein- & Großgruppen rangehen…und war leider auch oft selbst Thema, da ich auch in alte Verhaltensweisen zurückfiel.

Eigenständig, aber in Absprache mit meinen Therapeuten lies ich mich um die Hälfte meines Substituts abdosieren…

AM ENDE GENESUNGSBEGLEITER

Ein wichtiger Schritt, in dessen Folge ich an allen Angeboten & Modulen (Fussball, Walken, Wandern) des Hauses teilnehmen konnte. Ich finge an, mein Leben neu zu gestalten.

Von den Mitarbeitern erhielt ich Hilfe ich bei der Schuldenregulierung und auch um meine Gesundheit konnte ich mich mehr und mehr kümmern.
Alles Dinge, die mich zuvor überfordert hatten…Nach 1 ½ Jahren habe ich meine Therapie erfolgreich beendet und neue berufliche Chancen haben sich aufgetan.

Ich habe eine Ausbildung zum „Genesungsbegleiter“ begonnen, habe ein Praktikum absolviert und hoffe Ende Juni die Abschlußprüfung zu bestehen. Dem Haus bin ich aber noch immer als Pförtner verbunden.




Mein Fazit
:
2 ½ Jahre clean, Selbstständigkeit gewonnen, Ausbildung begonnen und eine posiver Zukunftsperspektive…

Mich freut’s!

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ADAM

Schon 1992 kam ich von einem Männerwohnheim aus der Gegend der Soester Börde ins Haus Bruderhilfe. Denn ich hatte zu dieser Zeit ein massives Alkoholproblem.
Von da an wohnte ich 2 ½ Jahre auf einer Wohngruppe und anschließend weitere 3 Jahre in einem Probewohn-Appartement .

Damals war auch das Haus Bruderhilfe noch ein Männerwohnheim mit Betreuung.
Durch die Hilfe und Unterstützung, die ich dort erfahren habe, kam ich vom Alkohol und sogar auch vom Rauchen los,... was sich bis heute nicht geändert hat.

1997 bezog ich meine erste Wohnung, in der ich noch heute wohne. In diesem Jahr wurde ich auch als einer der ersten Klienten im Ambulant Betreuten Wohnen des Haus Bruderhilfe aufgenommen.

MEHR ALS 25 JAHRE HAUS

In der gesamten Zeit bisherigen konnte ich in der Holzwerkstatt arbeiten, der ich auch über die Jahre treu geblieben bin.

Hier fand ich auch die für mich wichtige Tagesstruktur und konnte hier auch an verschiedenen Jobcentermaßnahmen im Zentrum für Joborientierung teilnehmen.
 


Mein Fazit:
Ohne das Haus Bruderhilfe wäre ich wohl nie zurück auf den geraden Weg gekommen. Die Unterstützung, nicht zuletzt auch durch das Ambulant Betreute Wohnen, hat mich stabilisiert und lässt mich wieder ein normales, drogenfreies Leben führen.

Unser Freund Adam O. ist leider am 18.2.2019 nach schwerer Krankheit verstorben. Wir vermissen ihn sehr...

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STEFAN

Ich kann nicht mehr genau sagen, wann ich aus der JVA Gelsenkirchen, nachdem ich aus dem 64`er in Duisburg Rheinhausen zurückgeführt worden bin, von einem Bewohner und dem Fahrdienst Haus Bruderhilfe abgeholt wurde, es muss aber ca. ein Monat vor Weihnachten 2016 gewesen sein, denn es war ziemlich kalt und die vorweihnachtliche Stimmung war deutlich zu spüren und zu sehen, als wir zu dem Haus auf der Söllingstrasse in Essen fuhren. Ich muss dazu sagen, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt seit über 7 Jahren im Vollzugssystem des deutschen Staates befunden habe und mir klar war, dass wenn ich diese Hürde nicht nehme, weitere 28 Monate Gefängnis auf mich warten würden. Wenn ich unter Druck stehe, funktioniere ich ziemlich gut, so dass ich rückblickend aus meiner Sicht etwas zu locker an das Thema Therapie nach § 35 BtmG gegangen bin.

 

Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und mit allen für diesen Tag wichtigen Informationen versorgt, so dass ich nach der Anmeldung und dem erforderlichem Urintest meiner WG vorgestellt wurde. Ich wurde bei den 40´ern untergebracht, die zu diesem Zeitpunkt voll belegt waren. Jede WG hat circa 8 -12 Bewohner, die entweder im Doppel- oder Einzelzimmer untergebracht sind. Meine Klamotten wurden durchsucht, da es eine Kontaktsperre von 4 Wochen am Anfang gibt und Handys usw. in dieser Zeit nicht erlaubt sind. Gleiches gilt für Alkohol Waffen und Drogen...

Diese ersten vier Wochen vergingen aber wirklich so schnell, so dass ich die Kontaktsperre nicht als negativ oder belastend empfunden habe.

Meine erste grosse Herausforderung war, dass ich in ein Doppelzimmer ziehen sollte. Nach 7 Jahren Haft und Maßregel in denen ich stets alleine war, keine leichte Aufgabe, zumal mein Mitbewohner, den ich später wirklich noch schätzen und lieben lernen sollte, bis auf die Suchtproblematik, das komplette Gegenteil von mir war und dies auch so auslebte. Nachdem ich mich mit der neuen Situation auseinandersetzen wollte, aber gänzlich damit scheiterte, habe ich die zuständige WG-Betreuerin aufgesucht und um ein Gespräch gebeten. Ich wollte Abbrechen, wieder zurück ins Gefängnis, Alles war mir egal, aber ich wollte nicht mit diesem Typen auf einem Zimmer bleiben.

Ich weiss nicht mehr, wie die gute Frau es geschafft hat, mich zum Bleiben zu bewegen, jedoch bin ich heute, wenn ich an diese Situation denke, echt dankbar, dass sie sich die Zeit genommen hat und mich mit ihren Worten erreichen konnte.

So bin ich dann in das Zimmer eingezogen und oft an meine Grenzen im Zusammenleben mit diesem Bewohner gestossen. Je mehr Verständnis ich allerdings für seine Situation aufbrachte, desto besser gestaltete sich unsere Beziehung und auch er war in der Lage auf mich einzugehen und Rücksicht zu nehmen. In der WG muss man nicht jeden heiraten und auch nicht mit jedem klarkommen, Ziel ist es vielmehr einen Umgang miteinander zu finden, der auf einer respektvollen und gleichen Ebene stattfindet. In diesem Bereich hatte ich noch Defizite, so dass ich oft ungewollt arrogant wirkte. Dies veränderte sich aber von Woche zu Woche...

In der ersten Woche gibt es einige Behördengänge, die erledigt werden müssen, damit der Kostenträger die Therapie übernimmt und man bekommt Zeit anzukommen und sich mit dem Konzept des Hauses zu beschäftigen. Morgens gibt es ein gemeinsamen Frühstück, wo verschiedenste Dinge kurz bekanntgegeben werden, wie zum Beispiel die UK-Liste ( Liste der Bewohner, die zur Abgabe des Urins ausgesucht wurden).

Die erste Therapiegruppe fand dann aber schon am nächsten Tag statt und wenn ca. 60 Leute in einem Kreis sitzen und über Sucht sprechen, ist das schon beeindruckend. Ich empfand diese Gesprächsgruppen, die zum Teil mit den Therapeuten, aber auch ohne stattfinden, sehr gut und tiefgründig. Voraussetzung ist natürlich, dass die Teilnehmer offen sind und sich nicht nur einfach durch die Therapie durchschlängeln wollen..

ZURÜCK IN DER GESELLSCHAFT

Jede Woche hat man zudem eine Einzelsitzung mit seinem Therapeuten. Auch hier liegt es in der eigenen Verantwortung, was man besprechen möchte. Ich selber bestimme, worüber wir sprechen.

Wenn es besondere Vorkommnisse gibt, finden auch Sondertherapiesitzungen statt. Die drastischste Maßnahme, die es für das Haus gibt, ist der “closed shop” (alle Bewohner bleiben im Haus, es gibt keine Ausgänge u. Freizeitveranstaltungen), der dann angewendet wird, wenn Therapeuten und die Geschäftsführung, den Eindruck haben, dass es zu viele Drogen im Haus gibt, was viele Rückfälle bedeutet, oder es zu viele Verträge zwischen den Bewohnern gibt, die ein offenes Arbeiten nicht möglich machen. Dies musste ich in meiner Zeit nicht erleben.

Nach 2 Wochen bin ich dem Arbeitsbereich Holz zugewiesen worden, in dem ich mich beweisen musste, da mir Holz nie Freude bereitet hat und dort auch viele Menschen mit psychischen Problemen und körperlichen Defiziten von ausserhalb gearbeitet haben. Ich habe meine halbe Familie durch Krebs verloren und ich habe das Thema Krankheit immer weit weg geschoben, weil es weh tat, wenn ich mich damit auseinandergesetzt habe, aber jetzt musste ich mich damit auseinandersetzen und mich auch mit den Menschen beschäftigen, die in diesem Bereich beschäftigt waren und mich auf dieses Thema einlassen. Eine neue Herausforderung, die mich reifer und stärker gemacht hat, die allerdings auch zeitlich begrenzt wurde, da ich die Chance bekam, in der Fahrradwerkstatt meiner Leidenschaft nachgehen zu können.

Eh ich mich versah, war es April und ich hatte mir ausserhalb von Haus Bruderhilfe ein kleines soziales Umfeld aufgebaut, bin jedes Wochenende und unter der Woche zu meiner Freundin gefahren und habe öfters auch Radtouren für die Bewohner organisiert, welche grossen Anklang fanden.

Grillen an der Ruhr war immer ein Highlight, wenn es um die Bewohner-wochenenden ging. An diesen sind alle Bewohner im Haus und organisieren Ausflüge oder Ähnliches...

Im Mai bekam ich dann die Chance ein Praktikum im Juni/Juli machen zu können. Da abzusehen war, dass dies in einem festen Arbeitsvertrag enden könnte, habe ich mich dann mit meinem Therapeuten zusammen gesetzt und gefragt, ob ich nicht in eine ambulante Therapie wechseln könnte, damit der Arbeitsvertrag auch zu Stande kommen könne. Nach einigen offenen Gesprächen, gab es einen Masterplan, an den ich mich halten sollte und wollte. Ich wurde in meinem Begehren wirklich unterstützt, auch wenn es immer ein wenig Angst gab, dass ich mich überlaste. Ich bin dann im Juni 2017 zur ambulante Therapie gewechselt, habe das Praktikum so erfolgreich abgeschlossen, dass ich einen festen Arbeitsvertrag bekam und konnte im November 2017 auch die Therapie nach § 35 BtmG erfolgreich abschliessen.

Inzwischen habe ich eine leitende Funktion im Unternehmen, bin mit meiner Lebensgefährtin umgezogen in eine schöne Wohnung und geniesse mein Leben ohne Drogen und Straffälligkeit. Ein Hund und ganz viele Menschen mit Verständnis begleiten mich auf diesem Weg.

Mein Arbeitgeber kennt meine Vorgeschichte, was Einiges erleichtert, wenn ich zum Beispiel mal früher gehen muss, weil ich einen Termin mit der Führungsaufsicht habe.

Meine Lebensgefährtin unterstützt mich, wenn ich Suchtdruck verspüre und das anspreche mit Zeit für Gespräche und der nötigen Ernsthaftigkeit.

 

Mein Fazit:
Unterm Strich muss ich sagen, dass die Zeit im Haus Bruderhilfe sehr hilfreich auf meinem Weg zurück in die Gesellschaft war und der Leitsatz “Stärker im Leben” keine Utopie ist, sondern jeder, der sich offen seiner Sucht und Problematik gegenüber stellt, Hilfe erfährt.

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